Fallbeispiel · Glasüberdachung

Undichtigkeiten und Korrosion an einer Glasüberdachung

Unter einer Glasüberdachung über dem Eingangsbereich eines Bürogebäudes trat wiederkehrend Wasser ein. Das filigrane Aluminiumtragwerk war rund fünf Jahre zuvor montiert worden.

Zu klären waren die Ursache der Undichtigkeiten und der Zustand der Konstruktion, insbesondere der Befestigungspunkte.

  • Bürogebäude, Eingangsüberdachung
  • Aluminiumtragwerk mit Verglasung
  • Wassereintritt nach fünf Jahren
  • Korrosion an Befestigungen
Innenansicht einer Stahl-Glas-Konstruktion mit Treppenanlage und Fachwerkträgern
Stahl-Glas-Konstruktion mit Treppenanlage und Fachwerkträgern.
Der Fall in Kürze

Ausgangslage und Auftrag

  • ObjektGlasüberdachung über dem Eingangsbereich eines Bürogebäudes
  • KonstruktionFiligranes Aluminiumtragwerk mit eingesetzten Glasflächen
  • AlterRund fünf Jahre
  • AnlassWiederkehrende Wassereintritte
  • AuftragUrsachenermittlung und Bewertung des Konstruktionszustands
Feststellung

Was am Bauteil festgestellt wurde

Feuchtespuren an Anschlussfugen

Ablaufspuren entlang der Fugen zwischen Verglasung und Tragprofil.

Ausgehärtete Dichtstoffe

Versprödete, teilweise gerissene Fugendichtungen ohne verbleibende Dehnfähigkeit.

Korrosion an Befestigungen

Korrosionsansätze an mehreren Befestigungspunkten des Tragwerks.

Entwässerung nicht wirksam

Die Entwässerungsebene der Profile war teilweise verlegt oder ohne Ablauf.

Werkstoffkombination

Befestigungsmittel und Tragprofil aus unterschiedlichen Metallen ohne trennende Zwischenlage.

Anschluss an den Baukörper

Der Übergang zur Fassade war ohne dauerhaft dehnfähige Ausbildung hergestellt.

Ursache

Wie der Schaden entstanden ist

Die Undichtigkeit war nicht die Ursache, sondern die Folge. Am Anfang stand eine Konstruktion, die auf eine dauerhaft dichte Fuge gesetzt hat, statt anfallendes Wasser kontrolliert abzuführen. Dichtstoffe altern planmäßig; wo sie die einzige Dichtebene sind, ist der Wassereintritt eine Frage der Zeit.

Die Korrosion an den Befestigungen ist der zweite Teil desselben Vorgangs: Eingedrungenes Wasser blieb in Bereichen stehen, in denen unterschiedliche Metalle ohne Trennung aufeinandertrafen. Damit war der Angriff dort am stärksten, wo die Konstruktion ihre Lasten abträgt.

Einordnung

Regelwerke, an denen bewertet wurde

  • EntwässerungKontrollierte Ableitung anfallenden Wassers als Grundprinzip von Glas-Metall-Konstruktionen
  • DichtstoffeBegrenzte Nutzungsdauer und regelmäßige Wartung als Teil des Konzepts
  • WerkstoffpaarungTrennung unterschiedlicher Metalle zur Vermeidung von Kontaktkorrosion
  • VerglasungLagerung, Klötzung und Halterung der Glasflächen
  • WartungFestlegung von Inspektions- und Wartungsintervallen durch den Errichter
Empfehlung

Empfohlene Maßnahmen

  1. Befestigungen prüfenKorrosionsumfang und verbleibenden Querschnitt an allen Befestigungspunkten beurteilen.
  2. Entwässerung wiederherstellenAblauföffnungen freilegen und die Entwässerungsebene funktionsfähig machen.
  3. Fugen erneuernDichtstoffe fachgerecht austauschen, nicht überarbeiten.
  4. Kontaktkorrosion unterbindenTrennende Zwischenlagen einbauen oder Befestigungsmittel werkstoffgerecht ersetzen.
  5. Anschluss ertüchtigenÜbergang zur Fassade dauerhaft dehnfähig ausbilden.
  6. Wartung festlegenInspektionsintervall vereinbaren, das der Bewitterung entspricht.
Erkenntnis

Was der Fall zeigt

Glas-Metall-Konstruktionen halten nicht dadurch dicht, dass alles verklebt ist, sondern dadurch, dass Wasser dorthin geführt wird, wo es schadlos abläuft. Wo dieses Prinzip fehlt, wird die Fuge zum Verschleißteil – und die Konstruktion zum Wartungsfall.

Der Fall zeigt außerdem, wie schnell aus einem optischen Thema ein tragendes wird: Fünf Jahre unbemerkter Wassereintritt haben die Befestigungspunkte stärker beansprucht als die gesamte Nutzung davor.

Kontakt

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Tritt an Ihrer Überdachung Wasser ein, senden Sie mir Lichtbilder der betroffenen Bereiche und Angaben zum Baujahr. Sie erhalten eine Einschätzung, ob die Befestigungspunkte mit untersucht werden sollten.

Cemal Seker, M.Eng. | IWE
Sachverständigenbüro
An der Allee 148
55122 Mainz

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Von der Handwerkskammer Rheinhessen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau, Konstruktionstechnik.