Bauwerksinspektion in Frankfurt am Main
Frankfurt ist geprägt von einem großen Bestand an Büro-, Verwaltungs- und Hochhausimmobilien. Deren Fassaden sind technisch anspruchsvoll, meist nur mit Zugangstechnik erreichbar und im laufenden Betrieb zu inspizieren – das verlangt eine andere Organisation als eine Hallenbegehung.
Ich nehme diese Bestände systematisch auf: achsweise, geschossweise, mit eindeutiger Lagezuordnung jedes Befundes und in einer Form, die sich bei der nächsten Begehung fortschreiben lässt.
- Büro-, Verwaltungs- und Hochhausbestand
- Glas- und Metallfassaden
- Aufnahme im laufenden Betrieb
- Fortschreibbare Fassadendokumentation

Was den Frankfurter Bestand von anderen unterscheidet
Drei Dinge prägen die Arbeit hier: die Gebäudehöhe, die Nutzungsdichte und das Alter der Fassadengeneration. Im Bestand stehen Metall-Glas-Fassaden unterschiedlicher Generationen nebeneinander. Dichtstoffe, Randverbünde und Beschichtungen erreichen ihr Nutzungsende je nach Bauzeit und Beanspruchung deutlich früher als die Tragkonstruktion – bei älteren Fassaden ist das häufig der Ausgangspunkt einer Untersuchung.
Dazu kommt, dass sich unter einer einheitlich wirkenden Fassade oft mehrere Bauabschnitte, Sanierungen und Teilaustausche verbergen. Ohne systematische, achsbezogene Aufnahme lässt sich später nicht rekonstruieren, welcher Befund zu welchem Bauteilstand gehört.
Die Begehung wird auf den laufenden Betrieb abgestimmt: Mieterbereiche, Zugangszeiten und Sicherheitsvorgaben des Objekts werden vorab geklärt.
Was am Bürogebäude aufgenommen wird
Fassade und Verglasung
Der Schwerpunkt: die Ebene, an der Bewegung, Witterung und Alterung zusammentreffen.
Aufgenommen wird
- Pfosten-Riegel-, Element- und Vorhangfassaden
- Verglasungen, Randverbünde und Kantenzustand
- Glashalteleisten, Andrückprofile und Klötzung
- Entwässerungs- und Belüftungsebene der Profile
- Dichtstoffe, Anschlussfugen und Bauteilanschlüsse
Bewertet wird
- Zustand gegenüber dem erwartbaren Alterungsbild
- Sicherheitsrelevanz einzelner Befunde
- Umfang und Verteilung über die Fassadenflächen
- Handlungsbedarf nach Dringlichkeit
Unterkonstruktion und Befestigung
Die verdeckte Ebene, die im Betrieb niemand sieht – und die über die Lagesicherheit entscheidet.
Aufgenommen wird
- Konsolen, Anker und Verankerungspunkte
- Halteprofile und Fassadenunterkonstruktionen
- Verbindungsmittel und deren Sicherung
- Aufnahme von Bauwerksbewegungen
- Zustand des Korrosionsschutzes hinter der Bekleidung
Bewertet wird
- Korrosionsfortschritt an tragenden Punkten
- Vollständigkeit und Zustand der Befestigung
- Nachträgliche Veränderungen ohne Nachweis
- Erfordernis einer Bauteilöffnung
Weitere Bauteile am Gebäude
Alles, was außen am Gebäude befestigt ist und im Schadensfall herunterfallen kann.
Aufgenommen wird
- Vordächer, Überdachungen und Windfänge
- Geländer, Absturzsicherungen und Handläufe
- Außen liegende Treppen, Podeste und Fluchtwege
- Attiken, Dachrandabschlüsse und Entwässerung
- Anschlagpunkte, Befahranlagen und Wartungseinrichtungen
Bewertet wird
- Verkehrssicherheit im Umfeld von Verkehrsflächen
- Standsicherheit der Befestigungen
- Zustand nach Reparaturen und Teilaustausch
Wie eine große Fassadenaufnahme organisiert wird
- Objektaufnahme und UnterlagenSichtung von Fassadenschnitten, Systembeschreibungen, Wartungs- und Sanierungshistorie sowie früherer Berichte.
- Raster festlegenDefinition der Aufnahmeeinheiten – Fassadenseite, Achse, Geschoss –, damit jeder Befund später eindeutig auffindbar bleibt.
- ZugangskonzeptKlärung, was vom Boden, von Dachflächen und Terrassen, über die vorhandene Befahranlage oder mit Hubarbeitsbühne erreichbar ist.
- BegehungSystematische Aufnahme entlang des Rasters, mit Lichtbildern, Positionsangabe und Erfassung der Randbedingungen.
- VertiefungÖffnung ausgewählter Bauteile nach Abstimmung, Prüfung von Befestigungen und Verbindungen, Beurteilung des Korrosionsschutzes.
- Bericht und FortschreibungZustandsbericht mit Befundregister, Bewertung und priorisierten Maßnahmen; Festlegung des Intervalls für die nächste Begehung.
Was die Dokumentation leisten muss
- AuffindbarkeitJeder Befund mit Fassadenseite, Achse und Geschoss – wiederfindbar auch Jahre später
- VergleichbarkeitGleiches Raster bei jeder Begehung, damit Veränderungen sichtbar werden
- PriorisierungTrennung von Sicherheitsrelevanz, Instandsetzung und planbarer Instandhaltung
- BudgetfähigkeitBefunde so gebündelt, dass sich Maßnahmenpakete bilden lassen
- ÜbergabefähigkeitVerwendbar für Facility Management, Eigentümerwechsel und Ausschreibungen
Der Zustandsbericht ersetzt keine Sanierungsplanung. Er liefert die belastbare Grundlage, auf der eine solche Planung beauftragt werden kann.
Typische Auslöser in Frankfurter Beständen
Eigentümer- oder Verwalterwechsel
Der dokumentierte Ausgangszustand als Grundlage für Übernahme, Budget und Haftungsfragen.
Herabgefallenes Bauteil
Nach einem Vorfall zählt zuerst die Frage, ob vergleichbare Stellen am Gebäude ebenfalls betroffen sind.
Vor Sanierungsentscheidungen
Umfang und Verteilung der Schäden entscheiden, ob Instandsetzung oder Austausch wirtschaftlich ist.
Nach Sturm oder Extremwetter
Gezielte Kontrolle der exponierten Fassadenseiten und der Dachrandbereiche.
Mieterausbau und Umbau
Durchdringungen, Anbauten und geänderte Lasten an der Fassadenebene.
Planmäßige Wiederholung
Regelmäßige Begehung im festgelegten Intervall als Teil des Betreiberkonzepts.
Bauwerksinspektion in Hessen →Fassaden- und Bauwerksinspektion in Frankfurt anfragen
Nennen Sie mir Objektadresse, Gebäudehöhe, Fassadenbauart und den Anlass. Sie erhalten einen Vorschlag zu Aufnahmeraster, Zugangskonzept und Umfang – auch für mehrere Objekte eines Bestands.
Cemal Seker, M.Eng. | IWE
Sachverständigenbüro
An der Allee 148
55122 Mainz
Von der Handwerkskammer Rheinhessen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau, Konstruktionstechnik.