Verfahrensprüfung (WPQR) planen und begleiten
Wenn für die vorgesehene Fertigung eine Verfahrensqualifizierung gefordert ist, muss nachgewiesen werden, dass das Schweißverfahren innerhalb des vorgesehenen Anwendungsbereichs die festgelegten Anforderungen erfüllt. Dieser Nachweis wird für die hier beschriebenen Anwendungen über eine Schweißverfahrensprüfung nach DIN EN ISO 15614-1 geführt und in der WPQR dokumentiert.
Ich plane die Prüfung so, dass ihr Geltungsbereich die tatsächliche Fertigung abdeckt, begleite die Durchführung und werte das Ergebnis aus.
- Nach DIN EN ISO 15614-1
- Geltungsbereich vorab festgelegt
- Prüfung bei akkreditierten Stellen
- Auswertung und WPS-Ableitung

Der Geltungsbereich entscheidet über den Aufwand
Eine Verfahrensprüfung qualifiziert nicht eine einzelne Naht, sondern einen Bereich: eine Werkstoffgruppe, einen Dickenbereich, bestimmte Positionen und Nahtarten. Wie weit dieser Bereich reicht, hängt davon ab, wie das Prüfstück gewählt wird.
Genau hier entsteht der wirtschaftliche Unterschied. Wer das Prüfstück ungeschickt wählt, braucht drei Prüfungen, wo eine gereicht hätte — oder stellt später fest, dass die laufende Fertigung nicht gedeckt ist.
Deshalb steht die Planung vor der Prüfung: Welche Nähte fallen tatsächlich an, heute und absehbar? Erst daraus ergibt sich das richtige Prüfstück.
Wie eine Verfahrensprüfung abläuft
- PlanungErfassung der Fertigung, Festlegung von Prüfstück, Werkstoff, Dicke, Position und Verfahren.
- pWPSVorläufige Schweißanweisung mit den vorgesehenen Parametern als Grundlage der Prüfung.
- SchweißenHerstellung des Prüfstücks unter Aufsicht, mit Protokollierung der tatsächlichen Parameter.
- PrüfungZerstörungsfreie und zerstörende Prüfungen bei einer akkreditierten Prüfstelle: Sicht-, Eindring- oder Durchstrahlungsprüfung, Zug-, Biege-, Kerbschlag- und Härteprüfung, Makroschliff.
- WPQR und WPSAuswertung der Prüfberichte, Ausfertigung der WPQR und Ableitung der Schweißanweisungen für die Fertigung.
Wer welchen Teil übernimmt
Die mechanisch-technologischen Prüfungen führen akkreditierte Prüfstellen durch. Ich lege fest, was geprüft wird, begleite die Herstellung des Prüfstücks und werte die Ergebnisse aus.
- Planung und PrüfstückFestlegung von Werkstoff, Dicke, Position und Nahtart mit Blick auf den benötigten Geltungsbereich.
- BegleitungAnwesenheit beim Schweißen des Prüfstücks, Protokollierung der tatsächlichen Parameter.
- LaborprüfungenZug-, Biege-, Kerbschlag- und Härteprüfung sowie Makroschliff bei akkreditierten Prüfstellen.
- AuswertungBewertung der Prüfberichte, Ausfertigung der WPQR, Ableitung der Schweißanweisungen.
Wenn die Verfahrensprüfung für die laufende Fertigung gebraucht wird
Hier steht die sachverständige Prüfung und Bewertung einer vorhandenen Verfahrensqualifikation im Vordergrund. Geht es darum, eine Verfahrensprüfung für die laufende Fertigung zu planen, mit der Prüfstelle abzustimmen und zu begleiten, ist das eine Aufgabe der externen Schweißaufsicht.
Verfahrensprüfung anfragen
Schildern Sie mir, welche Nähte Sie fertigen und welche Nachweise gefordert sind. Daraus ergibt sich, wie viele Prüfungen tatsächlich nötig sind.
Cemal Seker, M.Eng. | IWE
Sachverständigenbüro
An der Allee 148
55122 Mainz
Von der Handwerkskammer Rheinhessen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau, Konstruktionstechnik.