Schweißtechnik · Bauvorhaben

Baubegleitende Qualitätssicherung nach DIN EN 1090

Bei tragenden Stahl- und Metallkonstruktionen entscheidet sich die Ausführungsqualität während der Arbeiten – nicht bei der Abnahme. Ich begleite Bauvorhaben fachlich vor Ort, prüfe Schweiß- und Montagearbeiten gegen die vereinbarte Ausführungsklasse und dokumentiere den Stand nachvollziehbar.

Auftraggeber sind Bauherren, Projektsteuerer, Planungsbüros und Generalunternehmer, die die Ausführungsqualität nicht erst am Ende feststellen wollen.

  • Ausführungsklassen EXC1–EXC4
  • Schweißfachingenieur (IWE)
  • VT2 / PT2
  • Prüfbericht mit Lichtbildern
Baubegleitende Prüfung einer geschweißten Stahlkonstruktion
Baubegleitende Prüfung einer geschweißten Konstruktion im laufenden Bauvorhaben.
Anlass

Wann eine baubegleitende Begleitung sinnvoll ist

Baubegleitende Qualitätssicherung lohnt sich überall dort, wo tragende Verbindungen später nicht mehr zugänglich sind oder wo mehrere Beteiligte an derselben Konstruktion arbeiten. Wird eine Schweißnaht verkleidet, verputzt oder beschichtet, ist eine spätere Beurteilung nur noch mit erheblichem Aufwand möglich.

Typische Anlässe: eine Konstruktion nach EXC2 oder höher, ein ausführender Betrieb ohne eigene Schweißaufsicht vor Ort, mehrere Nachunternehmer an einem Tragwerk, ein enger Terminplan mit hohem Abnahmedruck – oder ein Bauherr, der eine unabhängige fachliche Sicht auf die Ausführung wünscht.

Die Begleitung erfolgt beobachtend und bewertend. Die Ausführungsverantwortung bleibt beim ausführenden Unternehmen.

Leistung

Was ich im laufenden Bauvorhaben prüfe

Vor Ausführungsbeginn

  • Ausführungsklasse und Anforderungen aus der Ausschreibung abgleichen
  • Schweißanweisungen (WPS) und Verfahrensprüfungen (WPQR) sichten
  • Qualifikationen des Schweißpersonals nach DIN EN ISO 9606 prüfen
  • Werkstoffzeugnisse nach DIN EN 10204 und Rückverfolgbarkeit kontrollieren

Während der Arbeiten

  • Nahtvorbereitung, Spaltmaße und Passgenauigkeit beurteilen
  • Einhaltung der freigegebenen Schweißparameter beobachten
  • Sichtprüfung (VT) der ausgeführten Nähte
  • Eindringprüfung (PT) an ausgewählten, kritischen Stellen
  • Montage-, Anschluss- und Befestigungsdetails aufnehmen

Zum Abschluss

  • Endkontrolle der fertigen Konstruktion
  • Abgleich mit Ausführungs- und Montageplanung
  • Prüfbericht mit Lichtbildern, Lagezuordnung und Bewertung
  • Mängelliste mit Priorität und Nachweisempfehlung
Praxis

Was in der Baubegleitung regelmäßig auffällt

Nahtvorbereitung und Passung

Zu große Spaltmaße, fehlende Kantenvorbereitung oder Zwangslagen – dokumentiert, solange eine Korrektur vor dem Weiterbau noch möglich ist.

Abweichung von der WPS

Andere Zusatzwerkstoffe, abweichende Lagenzahl oder Schweißpositionen, für die keine gültige Verfahrensprüfung vorliegt.

Unvollständige Rückverfolgbarkeit

Bauteile ohne Kennzeichnung oder Zeugnisse, die sich der eingebauten Position später nicht mehr zuordnen lassen.

Anschlüsse und Befestigungen

Verankerungen, Randabstände und Verbindungsmittel, die von der Planung abweichen – häufig an Übergängen zwischen den Gewerken.

Oberflächen- und Korrosionsschutz

Beschichtung über unvorbereiteten Nahtbereichen oder beschädigte Schutzschichten an Montagestellen.

Korrosionsschutz prüfen →

Lückenhafte Dokumentation

Fehlende Prüfprotokolle oder Freigaben, die bei der Abnahme nachgefordert werden und den Terminplan belasten.

Ablauf

Wie die Begleitung organisiert wird

  1. ProjektaufnahmeKonstruktion, Ausführungsklasse, Terminplan und Beteiligte werden gesichtet; daraus entsteht ein abgestimmter Prüfumfang.
  2. PrüfplanFestlegung der Prüfpunkte, der Stichprobenumfänge und der Termine, an denen eine Begehung fachlich sinnvoll ist.
  3. BegehungenPrüfung vor Ort zu den vereinbarten Meilensteinen, mit Sichtprüfung und bei Bedarf Eindringprüfung an ausgewählten Nähten.
  4. BerichtNach jeder Begehung ein Prüfbericht mit Feststellungen, Lichtbildern und konkreter Empfehlung.
  5. NachverfolgungKontrolle der umgesetzten Korrekturen und abschließende Bewertung vor der Abnahme.
Grundlage

Regelwerke, an denen bewertet wird

  • DIN EN 1090-1/-2Ausführung von Stahltragwerken, Ausführungsklassen und Konformitätsbewertung
  • DIN EN ISO 3834Qualitätsanforderungen an das Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe
  • DIN EN ISO 14731Schweißaufsicht: Aufgaben und Verantwortung
  • DIN EN ISO 5817Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen
  • DIN EN ISO 9606Qualifizierung von Schweißern
  • DIN EN 10204Arten von Prüfbescheinigungen für metallische Erzeugnisse

Maßgeblich ist immer die für das Bauvorhaben vereinbarte Ausführungsklasse und die zugehörige Ausschreibung.

Kontakt

Begleitung für Ihr Bauvorhaben anfragen

Schildern Sie kurz die Konstruktion, die vereinbarte Ausführungsklasse und den Terminrahmen. Sie erhalten einen Vorschlag für einen sinnvollen Prüfumfang und die dafür passenden Begehungstermine.

Cemal Seker, M.Eng. | IWE
Sachverständigenbüro
An der Allee 148
55122 Mainz

info@metall-sv.de

Von der Handwerkskammer Rheinhessen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau, Konstruktionstechnik.