Hessen · Bestand und Fassade

Bauwerksinspektion in Hessen

Systematische Zustandskontrolle von Gewerbe-, Verwaltungs- und Industriegebäuden – mit fachlichem Schwerpunkt auf Glasfassaden, Pfosten-Riegel-Konstruktionen sowie Stahl- und Metallbauteilen.

Die Hessische Bauordnung formuliert in § 3 den Grundsatz, dass Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten sind, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben und Gesundheit, nicht gefährdet werden. Eine dokumentierte Inspektion macht die Erfüllung dieser Pflicht nachvollziehbar.

  • Schwerpunkt Fassadeninspektion
  • Pfosten-Riegel und Vorhangfassaden
  • Strukturierung nach VDI 6199
  • Systematische Fassadendokumentation
Innenansicht einer Stahl-Glas-Konstruktion mit Treppenanlage und Fachwerkträgern
Stahl-Glas-Konstruktion: Tragwerk, Verglasung und Anschlüsse werden getrennt beurteilt.
Verantwortung

Betreiberverantwortung und Sonderbauten in Hessen

Die Instandhaltungspflicht nach § 3 HBO gilt für alle baulichen Anlagen, dauerhaft und unabhängig von einer gesonderten Prüfvorschrift. Für bestimmte Sonderbauten – etwa Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Hochhäuser oder Industriebauten – kommen darüber hinaus Anforderungen an wiederkehrende Prüfungen technischer Anlagen und baulicher Einrichtungen in Betracht.

Welche davon für ein konkretes Objekt gelten, ergibt sich aus der Baugenehmigung, den zugehörigen Auflagen und den einschlägigen Sonderbauvorschriften. Meine Leistung setzt an der bautechnischen Seite an: der dokumentierten Zustandsaufnahme der Konstruktion, die einer solchen Prüfung zugrunde liegt oder sie sinnvoll ergänzt.

Ob und in welchem Turnus eine wiederkehrende Prüfung vorgeschrieben ist, klären die zuständige Bauaufsicht und die Baugenehmigung. Diese Seite ersetzt keine rechtliche Beratung.

Schwerpunkt

Fassaden als Schwerpunkt der Inspektion im hessischen Gebäudebestand

Der Bestand an Verwaltungs-, Büro- und Gewerbeimmobilien in Hessen ist stark von Metall-Glas-Konstruktionen geprägt. Diese Fassaden sind planmäßig hoch beansprucht: Temperaturwechsel, Windlasten, Bewegungen des Baukörpers und die Alterung von Dichtstoffen wirken über Jahrzehnte auf dieselben Anschlusspunkte.

Anders als bei einem Tragwerk ist der kritische Zustand dabei selten sichtbar. Eine gelockerte Verglasungshalterung, eine unterbrochene Entwässerungsebene oder eine korrodierte Konsole hinter der Bekleidung fallen bei einer allgemeinen Begehung nicht auf – sie fallen auf, wenn ein Bauteil sich löst. Eine gezielte Fassadeninspektion setzt genau davor an.

Fassadeninspektion

Was an der Fassade untersucht wird

Trag- und Befestigungskonstruktion

Die Ebene, die die Fassade hält – meist verdeckt und deshalb im Betrieb kaum beobachtet.

Untersucht wird

  • Konsolen, Anker und Verankerungspunkte im Baukörper
  • Fassadenunterkonstruktionen und Halteprofile
  • Verbindungsmittel, Sicherungen und Verdrehsicherungen
  • Aufnahme von Bauwerksbewegungen und Dehnungsausgleich

Typische Befunde

  • Korrosion an Konsolen und Ankerpunkten
  • Fehlende oder gelöste Verbindungsmittel
  • Zwängungen durch blockierte Bewegungsfugen
  • Nachträglich veränderte Befestigungen ohne Nachweis

Pfosten-Riegel-Konstruktionen

Eine weit verbreitete Bauart im Verwaltungs- und Gewerbebau – und die mit den meisten Anschlussdetails.

Untersucht wird

  • Pfosten- und Riegelprofile, Stöße und Eckausbildungen
  • Glashalteleisten, Andrückprofile und deren Befestigung
  • Verglasungsklötzung und Lagerung der Scheiben
  • Entwässerungs- und Belüftungsebene der Profile
  • Anschlüsse an Boden, Decke und angrenzende Bauteile

Typische Befunde

  • Verstopfte oder fehlende Entwässerungsöffnungen
  • Gelockerte Andrückprofile und Halteleisten
  • Verlagerte oder fehlende Klötzung
  • Korrosion in Profilkammern durch stehendes Wasser

Verglasungen und Vorhangfassaden

Beurteilung der Glasbauteile und der Systemebene, einschließlich der Anforderungen an Vorhangfassaden nach DIN EN 13830.

Untersucht wird

  • Zustand der Verglasungen und Randverbünde
  • Absturzsichernde Verglasungen und deren Halterung
  • Element- und Vorhangfassaden in ihrer Systemebene
  • Dichtstoffe, Anschlussfugen und Folienanschlüsse
  • Verkehrssicherheit von Fassadenbauteilen im Umfeld von Verkehrsflächen

Typische Befunde

  • Randverbundschäden und Beschlag im Scheibenzwischenraum
  • Gerissene oder ausgehärtete Dichtstoffe
  • Beschädigte Kantenbereiche von Verglasungen
  • Fehlende Sicherung absturzsichernder Bauteile
Objekte

Gebäudetypen, die in Hessen regelmäßig inspiziert werden

Verwaltungs- und Bürogebäude

Metall-Glas-Fassaden, Vordächer, Fluchttreppen und Geländer – häufig im laufenden Betrieb aufzunehmen.

Versammlungs- und Verkaufsstätten

Tragwerke, Bühnen- und Traversenkonstruktionen, Geländer und Absturzsicherungen in publikumsintensiven Bereichen.

Produktions- und Logistikhallen

Stahltragwerke, Kranbahnen, Tore und Fassadenunterkonstruktionen im Industriebestand.

Bildungs- und Sportbauten

Sporthallen, Schulgebäude und deren Außenanlagen mit Treppen, Geländern und Überdachungen.

Wohnungsbestände

Balkone, Balkongeländer, Vordächer und Außentreppen in Beständen von Verwaltungen und Gesellschaften.

Sonderbauten und Anlagen

Objekte mit besonderen Anforderungen an Nachweisführung und Dokumentation.

Sonderkonstruktionen begutachten →
Ablauf

Wie eine Inspektion in Hessen abläuft

  1. AuftragsklärungObjektumfang, Bauteilgruppen, Fassadenart und Zugänglichkeit werden festgelegt; Bestandsunterlagen und frühere Berichte werden gesichtet.
  2. ZugangskonzeptAbstimmung, welche Bereiche vom Boden, von Balkonen und Dachflächen, über vorhandene Befahranlagen oder mit Hubarbeitsbühne erreichbar sind.
  3. BegehungSystematische Aufnahme nach festem Raster, achsweise und geschossweise dokumentiert, mit Lichtbildern und eindeutiger Lagezuordnung.
  4. Vertiefung bei BedarfÖffnung einzelner Bauteile nach Abstimmung, Prüfung von Schweiß- und Schraubverbindungen, Beurteilung des Korrosionsschutzes.
  5. Bewertung und BerichtEinordnung jedes Befundes nach Bedeutung und Dringlichkeit, Zustandsbericht mit priorisierten Maßnahmen.
  6. FortschreibungFestlegung des Intervalls und Vergleich mit dem dokumentierten Vorzustand bei Folgebegehungen.
Einsatzgebiet

Erreichbarkeit in Hessen

  • Rhein-MainFrankfurt am Main, Offenbach, Hanau und das Umland
  • Wiesbaden und UmgebungWiesbaden, Rüsselsheim, Hofheim und der Main-Taunus-Kreis
  • SüdhessenDarmstadt, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald
  • MittelhessenGießen, Wetzlar, Marburg und Limburg
  • Nord- und OsthessenKassel, Fulda und Bad Hersfeld nach Terminabstimmung

Vom Standort Mainz aus ist der Rhein-Main-Raum gut erreichbar; größere Bestände werden in abgestimmten Begehungsblöcken aufgenommen.

Kontakt

Bauwerksinspektion in Hessen anfragen

Nennen Sie mir Standort, Gebäudeart, Fassadenbauart und den Anlass. Sie erhalten einen Vorschlag zu Umfang, Zugangskonzept und Inspektionstiefe – bei mehreren Objekten auch als abgestimmten Begehungsplan.

Cemal Seker, M.Eng. | IWE
Sachverständigenbüro
An der Allee 148
55122 Mainz

info@metall-sv.de

Von der Handwerkskammer Rheinhessen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Metallbau, Konstruktionstechnik.